Corpus Delicti
EN
Cartography arises from a need for orientation. It is not merely about spatial understanding, but about the desire to explain both the inner and outer world. We want to comprehend and order into systems what happens around us and within us. The inexplicable, the intangible, the unspeakable, the unrepresentable — all of it seeks to be categorized.
A map — especially a city map — introduces clarity through its linear structure and visible boundaries. Once the abstract units of this visual language are learned, it becomes easy to read. At the same time, this universally recognizable cartographic system allows individual content to be expressed.
In designing city maps, the examination of my home town Munich unfolds within a field of tension: between love and hate, between holding on and letting go, between remembering and forgetting.
DE
Kartographieren ensteht aus einem Bedürfnis nach Orientierung. Ich reduziere diesen Begriff nicht auf das bloße räumliche Verständnis. Vielmehr geht es um das Bestreben nach einem Erklären der inneren und äußeren Welt. Der Mensch will verstehen und in Systeme ordnen können, was geschieht und ihn umgibt. Das Unerklärbare, das Unfassbare, Unsagbare, das Undarstellbare soll kategorisiert werden.
Eine Karte, besonders eine Stadtkarte, ist in ihrer Linienstruktur sehr klar, verfügt über sichtbare Grenzen und lässt sich, wenn die abstrakten Einheiten dieses Sprachsystems einmal erlernt wurden, einfach lesen. Über die allgemein wiedererkenn-bare kartographische Darstellung lassen sich schließlich individuelle Inhalte ausdrücken.
Meine Auseinandersetzung mit meiner Heimatstadt München in der Gestaltung von Stadtplänen vollzieht sich in dem Spannungsverhältnis zwischen Liebe und Hass, zwischen Festhalten und Loslassen, zwischen Erinnern und Vergessen.


