Poems
Drinnen. Sonnenlicht gellt durch die Fenster.
Das Glas riecht sehr stickig, klebrig und dumpf.
Es ist ein ranzig-sahniger, an angeschmolzene Luftmatratze erinnernder Geruch. Er kriecht langsam im Naseninnern nach oben und sitzt dann da fest.
Das grelle Sonnenlicht zieht scharfe Umrisse im Raum.
Mein Glas liegt auf dem Tisch. Ich betrachte es stehend.
Es riecht intensiv nach Holzfarbstiften, deren Mienen auf dem Papier pulvrig zerrieben wurden. Pflaumenbaumholz, süßlich, aufregend, ein kleines bisschen Orangenöl. Weiter oben sitzt der Geruch von feinkörnigem Schleifpapier, Zunder und Trockenheit.
Institut, helles weißes Licht, Sonnenschein.
Das Glas sitzt in Klammern (kleinen Nägeln) an der Wand.
Ein kalter, leicht beißender Geruch streicht von den Augen zu den Ohren, vor allem da, wo das Licht am Glas reflektiert. Weiter unten ist etwas leicht sackig Würziges zu vernehmen und es riecht nach hohlem Bauch. Dort, wo die Klammern sitzen zieht ein Geruch wie ein Schauer, der über die Arme fährt, vorbei. Erfrischend, ein bisschen zahnschmelzig, leicht gelb und auch ein wenig künstliches Parfüm, Maracuja-ähnlich und zu lange getragen. Außerdem sitzt direkt in der Mitte noch ein kleiner Geruch nach feinen Wassertröpfchen, warmes Wasser.
Es ist dunkel draußen, Kunstlicht im Zimmer.
Mein Glas riecht nach in der Sommerhitze getrockneten Brombeeren, die leichte Säure ist fast verrunzelt. Eine trockene runde und milde Süße steigt empor.
Das grelle Sonnenlicht zieht scharfe Umrisse im Raum.
Mein Glas liegt auf dem Tisch. Ich betrachte es stehend.
Es riecht intensiv nach Holzfarbstiften, deren Mienen auf dem Papier pulvrig zerrieben wurden. Pflaumenbaumholz, süßlich, aufregend, ein kleines bisschen Orangenöl. Weiter oben sitzt der Geruch von feinkörnigem Schleifpapier, Zunder und Trockenheit.
Meine Wahrnehmung ist noch nicht scharf gestellt, meine Brille ist mein Glas.
Sirrend zieht ein grünlicher Geruch meine Ohren entlang. Es riecht nach Vitamin C - Pulver, das man aus Versehen eingeatmet hat. Staubig und beißend kitzelt es in der Nase.
Die Ränder des dicken Glases riechen nach gefrorenem Wasser aus einer Pfütze. Leicht erdig, lehmig, eisig und auch süß.
Bayerischer Himmel, aber in den Niederlanden.
Ich gehe mit Glas spazieren.
Eine konstante Grundnote von weißer wolkiger Zuckerwatte umhüllt mein Glas.
Ein blumiger, an frisch geschnittene Geranien erinnernder Geruch zieht langsam an der Kante des Glases vorbei. Dann riecht es nach vergossenem Fahrradöl, dick und schmierig, mit dem staubigen Geruch von Asphalt und heiß gewordenem Teer. Leicht giftig und süßlich, beißend und pechschwarz.
Weiter unten riecht das Glas nach zusammengedrückter Aluminiumfolie, metallisch und sehr hoch klingend. Dieser Geruch lässt die Zähne zusammenziehen.
Poems
Nachmittags, blauer Himmel, Sonnenlicht.
Drinnen.
Das Glas riecht vibrierend, sehr hell und nach zerriebenem Apfel. Die Kante umweht ein Duft von Sonnencreme - ein bisschen zu künstlich, penetrant und ölig. Diese Mischung klebt die Nasenlöcher zusammen.
Auf der Fähre. Kunstlicht (sehr hellgelb).
Das Glas riecht nach keramischem Staub oder frisch gebranntem Keramikpulver. Außerdem riecht es ölig, schwer und wieder einmal süßlich - heute ist es die künstliche Süße von gemahlenem Plastik, verbranntem Modellierwachs und Gipspulver.
Weiter unten schwebt ein Hauch von Orangengelee, das schimmernd und dick auf einem Stück salziger Butter sitzt.
Im Zug. Ich imaginiere das Glas. Der ICE hat eine neue (?) Beleuchtung: zwei LED Lichtstreifen tauchen das Innere des Zugs in sanftes oranges Licht, das an die Decke geworfen wird. Für die Sitzenden reicht das warme weiße Licht, das über den Sitzen installiert ist, zum Lesen aus.
Ich rieche die Semmel dick mit Butter bestrichen und mit Salami belegt, die zwei Reihen hinter mir gegessen wird. Meine Konzentration legt sich auf das Glas, welches ich nun imaginiere. Ich rieche Wüstensand, trockene heiße Luft, ein bisschen Kerosin drückt sich durch, aber da ist hauptsächlich ein türkiser Geruch, umschmeichelt die Nase ganz sanft und trägt etwas Zuckersüßes. Diese Süße ist nicht klebrig, sie hat die Textur von dicken Blütenblättern, die mit dem Finger zerrieben einen Film hinterlassen und den Duft von frischem Quellwasser evozieren.
Meine Wahrnehmung ist noch nicht scharf gestellt, meine Brille ist mein Glas.
Sirrend zieht ein grünlicher Geruch meine Ohren entlang. Es riecht nach Vitamin C - Pulver, das man aus Versehen eingeatmet hat. Staubig und beißend kitzelt es in der Nase.
Die Ränder des dicken Glases riechen nach gefrorenem Wasser aus einer Pfütze. Leicht erdig, lehmig, eisig und auch süß.
Das grelle Sonnenlicht zieht scharfe Umrisse im Raum.
Mein Glas liegt auf dem Tisch. Ich betrachte es stehend.
Es riecht intensiv nach Holzfarbstiften, deren Mienen auf dem Papier pulvrig zerrieben wurden. Pflaumenbaumholz, süßlich, aufregend, ein kleines bisschen Orangenöl. Weiter oben sitzt der Geruch von feinkörnigem Schleifpapier, Zunder und Trockenheit.
Nachmittags, blauer Himmel, Sonnenlicht.
Drinnen.
Das Glas riecht vibrierend, sehr hell und nach zerriebenem Apfel. Die Kante umweht ein Duft von Sonnencreme - ein bisschen zu künstlich, penetrant und ölig. Diese Mischung klebt die Nasenlöcher zusammen.
Grauer Himmel, Blau- und Rosatöne sitzen dazwischen. Meer und nach Mitternacht.
Mein Glas riecht sanft, wie aufgeschäumte Seife, die sich zart und cremig auf die Haut legt. Dieser Geruch ist leise und ruhig. Ganz tief sitzt ein strahlender Geruch, der nur kurz aufblitzt: warm und golden, nach frisch gebackenen Zimtschnecken, leicht süß und vertraut riecht es.
Texts
Kaltes Licht, Sommersonnenwende.
Meer und Mitternacht
Mein Glas riecht nach etwas Runden, das sich weich auf die Zunge legt. Dort entfaltet es eine liebliche Süßigkeit, ein Veilchen-Bonbon, welches die zarte Textur der Blütenblätter trägt und ganz unaufdringlich, wie nebenbei, von innen hinaufsteigt. Eine leichte Kälte bringt dieser Geruch mit und glasklar umgibt er mich plötzlich.
Bayerischer Himmel, aber in den Niederlanden.
Ich gehe mit Glas spazieren.
Eine konstante Grundnote von weißer wolkiger Zuckerwatte umhüllt mein Glas.
Ein blumiger, an frisch geschnittene Geranien erinnernder Geruch zieht langsam an der Kante des Glases vorbei. Dann riecht es nach vergossenem Fahrradöl, dick und schmierig, mit dem staubigen Geruch von Asphalt und heiß gewordenem Teer. Leicht giftig und süßlich, beißend und pechschwarz.
Weiter unten riecht das Glas nach zusammengedrückter Aluminiumfolie, metallisch und sehr hoch klingend. Dieser Geruch lässt die Zähne zusammenziehen.
Auf der Fähre. Kunstlicht (sehr hellgelb).
Das Glas riecht nach keramischem Staub oder frisch gebranntem Keramikpulver. Außerdem riecht es ölig, schwer und wieder einmal süßlich - heute ist es die künstliche Süße von gemahlenem Plastik, verbranntem Modellierwachs und Gipspulver.
Weiter unten schwebt ein Hauch von Orangengelee, das schimmernd und dick auf einem Stück salziger Butter sitzt.
Im Zug. Ich imaginiere das Glas. Der ICE hat eine neue (?) Beleuchtung: zwei LED Lichtstreifen tauchen das Innere des Zugs in sanftes oranges Licht, das an die Decke geworfen wird. Für die Sitzenden reicht das warme weiße Licht, das über den Sitzen installiert ist, zum Lesen aus.
Ich rieche die Semmel dick mit Butter bestrichen und mit Salami belegt, die zwei Reihen hinter mir gegessen wird. Meine Konzentration legt sich auf das Glas, welches ich nun imaginiere. Ich rieche Wüstensand, trockene heiße Luft, ein bisschen Kerosin drückt sich durch, aber da ist hauptsächlich ein türkiser Geruch, umschmeichelt die Nase ganz sanft und trägt etwas Zuckersüßes. Diese Süße ist nicht klebrig, sie hat die Textur von dicken Blütenblättern, die mit dem Finger zerrieben einen Film hinterlassen und den Duft von frischem Quellwasser evozieren.
Meine Wahrnehmung ist noch nicht scharf gestellt, meine Brille ist mein Glas.
Sirrend zieht ein grünlicher Geruch meine Ohren entlang. Es riecht nach Vitamin C - Pulver, das man aus Versehen eingeatmet hat. Staubig und beißend kitzelt es in der Nase.
Die Ränder des dicken Glases riechen nach gefrorenem Wasser aus einer Pfütze. Leicht erdig, lehmig, eisig und auch süß.
Grauer Himmel, Blau- und Rosatöne sitzen dazwischen. Meer und nach Mitternacht.
Mein Glas riecht sanft, wie aufgeschäumte Seife, die sich zart und cremig auf die Haut legt. Dieser Geruch ist leise und ruhig. Ganz tief sitzt ein strahlender Geruch, der nur kurz aufblitzt: warm und golden, nach frisch gebackenen Zimtschnecken, leicht süß und vertraut riecht es.
Draußen. Kahles Novemberlicht.
Der Geruch ist ganz hell und leicht.
Außerdem riechen die Kanten des Glases nach frischer weißer Wandfarbe, cremig, kühl und dick. Weiter mittig ist es süßlich, leicht holzig wie feine Haferflocken.
Nachmittags, blauer Himmel, Sonnenlicht.
Drinnen.
Das Glas riecht vibrierend, sehr hell und nach zerriebenem Apfel. Die Kante umweht ein Duft von Sonnencreme - ein bisschen zu künstlich, penetrant und ölig. Diese Mischung klebt die Nasenlöcher zusammen.
Regen. Es ist plötzlich kalt geworden.
Dumpfer, am Kopf pochender Geruch, eingekochter Kohl und modriger Sumpf. Weiter unten riecht es nach im Kühlschrank verfaulter Gurke, wässrig, grün-gelblich und matschig kalt.
Warm und golden ist das Licht. Draußen auf dem Balkon.
Mein Glas riecht erst zitronig, wie Bohnerwachs auf Parkett mit einem kleinen Tropfen Terpentin auf weißem Baumwolltuch. Mit dem Lichtwechsel riecht das Glas nach zuckrigem Schokoladenkuchen, mit Marillenmarmelade und Zartbitter-Fettglasur. Über allem liegt feine Bourbon-Vanille, schmiegt sich wie eine transparente Hülle um den Körper.
Später riecht das Glas nach Tomatenstrunk. Es ist ein fröhlicher Geruch: fruchtig, frisch und weich.
Texts
Das grelle Sonnenlicht zieht scharfe Umrisse im Raum.
Mein Glas liegt auf dem Tisch. Ich betrachte es stehend.
Es riecht intensiv nach Holzfarbstiften, deren Mienen auf dem Papier pulvrig zerrieben wurden. Pflaumenbaumholz, süßlich, aufregend, ein kleines bisschen Orangenöl. Weiter oben sitzt der Geruch von feinkörnigem Schleifpapier, Zunder und Trockenheit.
Im Zug. Ich imaginiere das Glas. Der ICE hat eine neue (?) Beleuchtung: zwei LED Lichtstreifen tauchen das Innere des Zugs in sanftes oranges Licht, das an die Decke geworfen wird. Für die Sitzenden reicht das warme weiße Licht, das über den Sitzen installiert ist, zum Lesen aus.
Ich rieche die Semmel dick mit Butter bestrichen und mit Salami belegt, die zwei Reihen hinter mir gegessen wird. Meine Konzentration legt sich auf das Glas, welches ich nun imaginiere. Ich rieche Wüstensand, trockene heiße Luft, ein bisschen Kerosin drückt sich durch, aber da ist hauptsächlich ein türkiser Geruch, umschmeichelt die Nase ganz sanft und trägt etwas Zuckersüßes. Diese Süße ist nicht klebrig, sie hat die Textur von dicken Blütenblättern, die mit dem Finger zerrieben einen Film hinterlassen und den Duft von frischem Quellwasser evozieren.
Kaltes Licht, Sommersonnenwende.
Meer und Mitternacht
Mein Glas riecht nach etwas Runden, das sich weich auf die Zunge legt. Dort entfaltet es eine liebliche Süßigkeit, ein Veilchen-Bonbon, welches die zarte Textur der Blütenblätter trägt und ganz unaufdringlich, wie nebenbei, von innen hinaufsteigt. Eine leichte Kälte bringt dieser Geruch mit und glasklar umgibt er mich plötzlich.
Grauer Himmel, Blau- und Rosatöne sitzen dazwischen. Meer und nach Mitternacht.
Mein Glas riecht sanft, wie aufgeschäumte Seife, die sich zart und cremig auf die Haut legt. Dieser Geruch ist leise und ruhig. Ganz tief sitzt ein strahlender Geruch, der nur kurz aufblitzt: warm und golden, nach frisch gebackenen Zimtschnecken, leicht süß und vertraut riecht es.
Kaltes Licht, Sommersonnenwende.
Meer und Mitternacht
Mein Glas riecht nach etwas Runden, das sich weich auf die Zunge legt. Dort entfaltet es eine liebliche Süßigkeit, ein Veilchen-Bonbon, welches die zarte Textur der Blütenblätter trägt und ganz unaufdringlich, wie nebenbei, von innen hinaufsteigt. Eine leichte Kälte bringt dieser Geruch mit und glasklar umgibt er mich plötzlich.
Das grelle Sonnenlicht zieht scharfe Umrisse im Raum.
Mein Glas liegt auf dem Tisch. Ich betrachte es stehend.
Es riecht intensiv nach Holzfarbstiften, deren Mienen auf dem Papier pulvrig zerrieben wurden. Pflaumenbaumholz, süßlich, aufregend, ein kleines bisschen Orangenöl. Weiter oben sitzt der Geruch von feinkörnigem Schleifpapier, Zunder und Trockenheit.
Auf der Fähre. Kunstlicht (sehr hellgelb).
Das Glas riecht nach keramischem Staub oder frisch gebranntem Keramikpulver. Außerdem riecht es ölig, schwer und wieder einmal süßlich - heute ist es die künstliche Süße von gemahlenem Plastik, verbranntem Modellierwachs und Gipspulver.
Weiter unten schwebt ein Hauch von Orangengelee, das schimmernd und dick auf einem Stück salziger Butter sitzt.
Kaltes Licht, Sommersonnenwende.
Meer und Mitternacht
Mein Glas riecht nach etwas Runden, das sich weich auf die Zunge legt. Dort entfaltet es eine liebliche Süßigkeit, ein Veilchen-Bonbon, welches die zarte Textur der Blütenblätter trägt und ganz unaufdringlich, wie nebenbei, von innen hinaufsteigt. Eine leichte Kälte bringt dieser Geruch mit und glasklar umgibt er mich plötzlich.
Das grelle Sonnenlicht zieht scharfe Umrisse im Raum.
Mein Glas liegt auf dem Tisch. Ich betrachte es stehend.
Es riecht intensiv nach Holzfarbstiften, deren Mienen auf dem Papier pulvrig zerrieben wurden. Pflaumenbaumholz, süßlich, aufregend, ein kleines bisschen Orangenöl. Weiter oben sitzt der Geruch von feinkörnigem Schleifpapier, Zunder und Trockenheit.
Institut, helles weißes Licht, Sonnenschein.
Das Glas sitzt in Klammern (kleinen Nägeln) an der Wand.
Ein kalter, leicht beißender Geruch streicht von den Augen zu den Ohren, vor allem da, wo das Licht am Glas reflektiert. Weiter unten ist etwas leicht sackig Würziges zu vernehmen und es riecht nach hohlem Bauch. Dort, wo die Klammern sitzen zieht ein Geruch wie ein Schauer, der über die Arme fährt, vorbei. Erfrischend, ein bisschen zahnschmelzig, leicht gelb und auch ein wenig künstliches Parfüm, Maracuja-ähnlich und zu lange getragen. Außerdem sitzt direkt in der Mitte noch ein kleiner Geruch nach feinen Wassertröpfchen, warmes Wasser.



Smell of Glass, My Need of Smell
Teaching



Glass Tasting Kit, Smelling Tool
Ongoing Artistic Research
Upcoming
Upcoming
Upcoming



What You Smell on Glass
The Odorous Object: Glass Tasting. Imagining Smell through Artistic Means and GlassThe Odorous Object: Glass Tasting. Imagining Smell through Artistic Means and GlassThe Odorous Object: Glass Tasting. Imagining Smell through Artistic Means and GlassThe Odorous Object: Glass Tasting. Imagining Smell through Artistic Means and GlassThe Odorous Object: Glass Tasting. Imagining Smell through Artistic Means and GlassThe Odorous Object: Glass Tasting. Imagining Smell through Artistic Means and Glass
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